11.11.2006
Gib Gas, ich will Spaß

Heute geht es über eine Panoramaroute am angeblich zweitgrößten Canon der Welt entlang. Damit kenne ich nun die drei zweitgrößten Canons der Welt. Aber egal, ob Nummer 2, 3 oder 4: Beeindruckend ist diese Ecke allemal!

Wir sind gelinde gesagt in Zeitdruck, weil Phillipes Flieger um 18:40 geht - na toll. Der Zeitplan wird komplett über den Haufen geworfen, als sich in einer Kurve in der tiefsten Pampa ein schwerer Unfall mit einem Pkw und einem Motorrad ereignet. Als wir hinkommen, fängt das Unfallfahrzeug gerade Feuer. Nachdem wir mit Feuerlöscher, großem Verbandskasten sowie zwei angehenden Ärzten, einer Krankenschwester, einem Krankenpfleger und zwei Guides ausgerüstet sind, die sich gut in erster Hilfe auskennen, stellt sich die Frage nicht, was „wir“ tun. Da hatten die Unfallbeteiligten Glück im Unglück.

Kostet uns aber natürlich viel Zeit. Charlotte telefoniert die ganze Fahrt wie eine Wilde, um alles Erforderliche zu arrangieren. Phillippe bekommt seinen Flieger gerade noch so. Am Flughafeneingang wartet schon einer von der Fluggesellschaft, um ihn durchzuschleußen.

Zu acht wohnen wir im Africa Safari Center unweit des Flughafens und gehen noch einmal gemeinsam Essen.

 

12.11.2006
Abschied nehmen

Das ist der Vorteil einer solchen Reise, man kommt sich viel näher, als etwa bei einer normalen 08/15-Rundreise. Der Nachteil: Irgendwann heißt es dann leider, Abschied nehmen, was dann natürlich wesentlich schwerer fällt.

Ich fliege noch für ein paar Tage nach Capetown, Andre ist noch vier Wochen in Mozambiqe unterwegs, der Rest fliegt nach Hause.

Ist ein komisches Gefühl, wenn die anderen plötzlich alle weg sind…

In Cape Town übernehme ich meinen Mietwagen. Löse erst einmal die Alarmanlage aus und steige dann auch noch (wieder einmal!) auf der falschen Seite ein. Fahre Richtung Süden Richtung zum Kap der guten Hoffnung. Die Sicht ist fantastisch! Es ist außerdem – wie seit dem Kruger N.P. - weiterhin afrikanisch heiß.

Gegen 10 Uhr komme ich in Simons Town an und fahre erst einmal zum Boulders Beach. Am Strand jede Menge Zweibeiner, manche nennt man Menschen, andere bezeichnet man als Pinguine. Auf dem Weg ins Wasser frage ich eine ältere Dame, die das Wasser gerade verlassen hat, wie das Wasser denn so sei. "Beautiful warm", meint sie "much warmer than the last days".

Das finde ich gut, gehe ins Wasser und erstarre erst einmal vor Kälte. Aber eigentlich ist dieses kalte Wasser nicht überraschend, oder? Immerhin baden hier Brillenpinguine. Erst jetzt entdecke ich die Eiswürfel im Wasser. Als ich den Strand verlasse, trägt der Bademeister gerade die Badetemperatur an einer Schiefertafel ein: 11 Grad Celsius. Oh ja, in der Tat, richtig warm!

13.11.2006
Am Ende Afrikas

Heute war ich fleißig zu Fuß unterwegs und habe eine fünfstündige Wanderung zum Kap der Guten Hoffnung gemacht. Tolle Landschaft, wenngleich die letzten zwei Kilometer hoffnungslos überfüllt sind.

Ein Aha-Erlebnis erwartet mich, als ich zu meinem Mietwagen zurückkomme. Im ersten Moment sehe ich ihn gar nicht, weil drei Busse mein Fahrzeug umzingeln. Was zum Teufel...? Weiter komme ich nicht, weil es mir erst einmal die Sprache verschlägt: Ich hatte die Fenster jeweils ca. 2 cm runtergedreht, damit sich das Fahrzeuginnere nicht zu sehr aufheizt. Da hatte ich aber die Rechnung ohne die Paviane gemacht. Auf beiden Seiten hocken Pavianmännchen und stecken ihr bestes Stück in den Schlitz der Fensterscheibe und pinkeln alles voll. Wahrscheinlich aus Frust, weil sie an die anderen Dinge nicht herankommen?

Riecht jetzt ganz nett im Auto. Bin gespannt, was der Autovermieter bei der Rückgabe sagt.

Nun sitze ich in meinem Bed & Breakfast, wo mir der sehr freundliche Vermieter, mit dem ich mich lange unterhalte, auf meine Frage, wo das nächste Internetcafe ist, seinen Computer anbietet - ohne Kosten. Gastfreundschaft auf afrikanisch.

Jetzt habe ich aber Hunger - tschüss!

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